Samstag, 7.2.1998

Seid gegrüßt.

Ich habe meine Drohung wahrgemacht und mit das "Killer Kondom" gegeben. Die Amis haben sich schlappgelacht ueber die New Yorker Polizeiwache, wo alle Deutsch reden. So war der Film sogar recht lustig, mit all dem ausgelassenen Publikum um mich rum. Das Kino war auch nicht schlecht, ich moechte es fast als das schönste Filmtheater der Welt bezeichnen. Ein opulenter, barocker Theatersaal (das Castro ist eigentlich ein Theater, wird aber auch als Kino genutzt) mit Wandgemaelden, Engeln und all so nem Zeugs. Und einer großen Theaterorgel, auf der wir dann auch als Vorprogramm einige Stücke zu hören bekamen. Sagenhaft.

Sagenhaft ist hier auch das Wetter. Kaum regnet es mal ein paar Tage, rasten hier alle aus, insbesondere die Berghänge. Die haben in einigen Teilen Nordkaliforniens den Notstand ausgerufen. Hier ist aber auch nichts auf solchen Regen eingerichtet, die Kanalisation ist in null komma nix verstopft und breite Ströme ergießen sich ueber die Bürgersteige. Heute gab es sogar ein kleines Gewitter (ca. 5 Blitze, das erste seit einigen Jahren) und etwas Hagel (das erste mal ueberhaupt, glaube ich). Da muß natuerlich sofort ein "Desaster Aid Program" ins Leben gerufen werden!

Und wie sieht es in Deutschald so aus? Friert es immer noch? Was macht euer Alltag? Ich freue mich, wie immer, auch über kleinere Ereignisse und Geschichten, dann fühle ich mich nicht ganz so abgeschnitten und kann mein aufkommendes Heimweh vielleicht etwas besser bekämpfen. Wenigstens bin ich hier am Wasser und höre ab und an Schiffe tuten.

  Petri heil,
    Christian.

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